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< Familie und Karriere für Frauen nach wie vor schwer vereinbar?
04.02.16 14:26 Alter: 4 Jahre
Kategorie: Aktuelles Aktuelles

Chancengleichheit für Frauen am Arbeitsmarkt - Gesetzgeber reagiert

Die Erwerbstätigkeit von Frauen wird zu einem zentralen Thema am sich wandelnden Arbeitsmarkt. Frauen sind eines der wichtigsten Potenziale zur Deckung des Fachkräftebedarfs. Die Wirtschaft ist jetzt und künftig auf eine verstärkte Beschäftigung von Frauen angewiesen, da ist sich der Gesetzgeber sicher.


Mehr Unterstützung für Chancengleichheit

Daher verpflichtete der Gesetzgeber kürzlich die Bundesagentur für Arbeit, die Gleichstellung beider Geschlechter als durchgängiges Prinzip zu verfolgen, geschlechtsspezifischen Nachteilen entgegenzuwirken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer zu verbessern. Denn auch wenn sich der Arbeitsmarkt in Deutschland positiv entwickelt. Die Situation von Frauen und Männern stellt sich unterschiedlich dar:

Frauen sind überproportional in Teilzeit beschäftigt. Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine hohe Hürde, die eine Vollzeitbeschäftigung oftmals verhindert. Fast zwei Drittel der geringfügig Beschäftigten sind Frauen. Sie dominieren bei den alleinerziehenden Arbeitslosen, aber auch bei den Berufsrückkehrenden. Außerdem verdienen Frauen weniger als Männer.

Frauen finden sich seltener in Führungspositionen, da sie es insgesamt am Arbeitsmarkt schwerer haben. Der Gesetzgeber hat auf diese Situation reagiert, indem er das Thema Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Sozialgesetzbuch III als Auftrag für die Arbeitsagenturen verankert hat. Dazu gehört nicht nur die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Prinzip der Arbeitsförderung, sondern auch die berufliche Förderung von Frauen sowie die Verbesserung der Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Gesetzgeber hat auch bestimmt, dass in jeder Agentur für Arbeit Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) zu allen Fragen der Chancengleichheit informieren und beraten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmen, Organisationen, politische Gremien und Wirtschaftsverbände profitieren ebenso von dieser Beratung wie die Fach- und Führungskräfte der Agenturen für Arbeit. Denn Chancengleichheit am Arbeitsmarkt lässt sich nur mit gemeinsamer Tatkraft und Entschlossenheit umsetzen. So heißt es in einem aktuellen Faltblatt „Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt –Auftrag und Aufgaben“.

In der Agentur für Arbeit Saarland sowie in weiteren Arbeitsagenturen sind bereits hauptamtliche Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) bestellt. Sie sind Ansprechpartner für Beschäftigte und Unternehmen sowie deren Organisationen in Fragen der Frauenförderung, der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt und der familienorientierten Personalpolitik. Zusätzlich gibt es eine Beratungsstelle für wiedereinstiegsinteressierte Frauen und Männer, die nach einer längeren Familien- oder Pflegezeit zurück in den Beruf möchten und bisher noch nicht den Kontakt zur Agentur für Arbeit gesucht haben.