News

< Studie: Neun von zehn Schlaganfällen sind vermeidbar
13.10.16 08:00 Alter: 4 Jahre
Kategorie: Aktuelles Aktuelles

Studie: Mobbing am Arbeitsplatz gefährlich für das Herz

Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz unter Mobbing-Attacken ihrer Kollegen leiden müssen, kämpfen nicht nur mit psychischen Folgen. Forscher der IMS Health haben nun herausgefunden, dass Mobbing auch schädigend für das Herz sein kann.


Mobbing-Attacken offensiv angehen

Was ist Mobbing am Arbeitsplatz überhaupt?
Mobbing bezeichnet die systematische, andauernde verbale als auch non-verbale Schikane von einzelnen Personen durch Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeiter. Studien, beispielsweise der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, zeigen, dass mittlerweile zwischen drei und elf Prozent der Arbeitnehmer unter Mobbing-Attacken am Arbeitsplatz leidet.

Studie der IMS Health
Die Forscher von IMS Health werteten anonymisierte Behandlungsverläufe von knapp 7.400 Betroffenen aus, bei denen die Hausärzte in den Jahren von 2005 bis 2014 Mobbingerfahrungen dokumentiert hatten. Im Schnitt waren sie 38 Jahre alt, 67 Prozent waren Frauen. Die Patienten wurden mit anderen Arbeitnehmern ohne Mobbing-Dokumentation verglichen, wobei die ausgewählte Kontrollgruppe den Mobbingopfern hinsichtlich Alter, Geschlecht, Nachbeobachtungszeit, behandelndem Arzt und Co-Diagnosen (etwa Diabetes und Bluthochdruck) entsprach. Beide Patientengruppen wurden über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren begleitet.

Herzinfarktrisiko bei Mobbingopfer erhöht
Die Studie konnte aufzeigen, dass in dem geprüften Zeitraum 2,9% der Patienten mit dokumentierten Mobbingereignissen ein Herzerleiden zu verzeichnen hatten. In der Kontrollgruppe wurde bei lediglich 1,4% der Patienten ein Herzerleiden dokumentiert.

Was tun gegen Mobbing?

  • Selbstbewusst sein: Lassen Sie sich durch Vorwürfe von Kollegen oder Chefs nicht beeindrucken und rechtfertigen Sie sich vor allem nicht.
  • Gehen sie Mobbing-Situation an:  Gehen Sie den Konflikt am Arbeitsplatz aktiv an und analysieren Sie die Situation. Oft wird gemobbt, um Personal abzubauen oder eine Stelle neu zu besetzen. Oft ist auch Eifersucht von Kollegen ein Mobbing-Motiv.
  • Mögliche Eigenanteile identifizieren: Haben Sie einen Eigenanteil an der Situation? Haben Sie möglicherweise durch unangebrachte Kommentare Gründe für Mobbing-Attacken geliefert?
  • Gespräch mit dem Mobber (Frühstadium): Falls Sie Eigenanteile haben, gehen Sie auf den „Mobber“ zu und versuchen Sie in einem klärenden Gespräch die Streitigkeiten zu beseitigen. Fällt ihnen nicht ein, wieso Sie einen Grund geliefert haben, um zum Mobbingopfer zu werden, suchen Sie trotzdem das 4-Augengespräch. Bitten Sie den Mobber die Attacken zukünftig zu unterlassen und zeigen Sie, dass Sie sich nicht einfach schikanieren lassen.
  • Publizieren sie die Mobbingattacken: Thematisieren Sie die Mobbing-Aktivitäten gegenüber Vorgesetzten, Betriebsrat / Personalvertretung und Kollegen. Machen Sie das Mobbing-Geschehen publik und transparent. So kann sich der Mobber nicht mehr verstecken. Wichtig ist hierbei, dass Sie auch Beweise sammeln. Durch diese Offensive gewinnen Sie meist Verbündete, die ihnen in dieser Situation beistehen.
  • Bloß nicht isolieren: Halten Sie den Kontakt zu Kollegen und versuchen Sie so, eine gewisse Ignoranz gegenüber der Mobbing-Attacken zu signalisieren.
  • Sich selbst stärken: Sorgen Sie in dieser Zeit gut für sich. Dazu gehört auch die eigene Stressbewältigung. Vielleicht führen Sie Meditation, Sport, Entspannungsübungen oder ein Hobby betreiben, das Ihren Selbstwert aufbaut. Leiten Sie gleichzeitig ein langfristiges Selbstmanagement ein, mit dem Sie Ihre Selbstbehauptung trainieren. Sprechen Sie Kollegen an, um gemeinsam Sport zu treiben. Finden Sie durch solche Maßnahmen Verbündete.

Gesundheit am Arbeitsplatz gewinnt immer mehr an Bedeutung
Ein Unternehmen ist so gesund und so leistungsfähig wie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Entwicklung von Gesundheit am Arbeitsplatz ist daher eine zentrale Aufgabe jedes Unternehmens und sollte unter Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in und von den Betrieben selbst gestaltet werden. Gerade durch den steigenden Altersdurchschnitt der Belegschaften gewinnen betriebliche Gesundheitsmaßnahmen immer mehr an Bedeutung.

Weitere Informationen:
Work-Life-Balance