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20.12.13 10:42 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Aktuelles Aktuelles

Lesestart – Lesen fürs Leben

In 30 Prozent der Familien mit Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren wird selten oder gar nicht vorgelesen. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Studie „Neuvermessung der Vorleselandschaft“ zum Vorleseverhalten in Deutschland.


Die Studie „Neuvermessung der Leselandschaft“ untersucht das familiäre Vorleseverhalten in Deutschland und vergleicht die Ergebnisse mit der ersten Studie aus dem Jahr 2007. Das Vorlesen müsse nach wie vor gefördert werden, denn ein Drittel der Eltern lese zu wenig vor. Das gilt insbesondere für Haushalte aus bildungsfernen Schichten. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Väter lesen ihren Kindern deutlich seltener vor als Mütter. Während 29 Prozent der Mütter ihren Kindern täglich vorlesen, tun dies lediglich neun Prozent der Väter. Der Vergleich der aktuellen Zahlen mit den Ergebnissen aus dem Jahr 2007 zeige eine positive Entwicklung im Vorleseverhalten und mache deutlich, dass die Maßnahmen zur Förderung des Vorlesens greifen. Vor allem bildungsferne Familien habe man durch die Förderungsmaßnahmen erreichen können.


Ein bundesweites Leseförderprogramm
Die Vorstellung der Studie bildete zugleich den Auftakt zum 10. Bundesweiten Vorlesetag, der am 15. November 2013 stattfand und die zweite Phase des Leseförderprogramms „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“  einleitete. Das Projekt ist die größte Initiative zur frühkindlichen Sprach- und Leseförderung in ganz Deutschland, wird von der Stiftung Lesen durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

www.lesestart.de


„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ begleitet Kinder und Eltern in dem entscheidenden Zeitraum vom ersten Lebensjahr bis zur Einschulung des Kindes. Eltern und Kinder erhalten drei Mal im Laufe von sechs Jahren ein „Lesestart-Set“, in dem sich ein altersgerechtes Kinderbuch und Tipps und Informationen für die Eltern zur Sprach- und Leseerziehung befinden. Die Hinweise für die Eltern, wie sie das Lesen fördern können und welche Angebote es vor Ort gibt, sind zusätzlich auf Polnisch, Russisch und Türkisch enthalten. Insgesamt 4,5 Millionen Lesestart-Sets für Kinder verschiedenen Alters werden in den kommenden Jahren übergeben.


Das erste Set erhielten die Eltern einjähriger Kinder im Rahmen der sechsten Vorsorgeuntersuchung („U6“) von ihrem Kinderarzt. Mittlerweile beteiligen sich 5.300 Mediziner an dieser Aktion. Lesestart II richtet sich an Kinder im Alter von drei Jahren und ihre Eltern und wird in den rund 4.500 teilnehmenden Bibliotheken ausgehändigt. Zum Schulbeginn wird das dritte Lesestart-Set in der Schule überreicht.   


Lesefreude wecken -  Lesekompetenz stärken
Ziel der Initiative ist, Väter und Mütter für die Bedeutung des Vorlesen und Lesens zu sensibilisieren, sie  zum Vorlesen zu motivieren und ihren Kindern auf diese Weise so früh wie möglich spielerisch an Sprache und Bücher heranzuführen. Laut Pressemitteilung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stiftung Lesen, werden kleine Kindern, während man ihnen Geschichten erzählt, auf eine genussvolle Art und Weise mit Sprache vertraut, lernen eine Menge neuer Wörter und Ausdrücke kennen und nehmen sie in ihren Wortschatz auf. Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, trainieren ganz nebenbei abstraktes Denken, Kreativität, Konzentrationsfähigkeit, Vorstellungsvermögen und das Zurück- und Vorausdenken. Später in der Schule würden sich diese Kinder nicht nur mit dem Lesen und dem Schreiben leichter tun, sondern meist auch mit den anderen Fächern.  


Insbesondere Kinder, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen, oder Kinder, denen wenig oder überhaupt nicht vorgelesen wird,  sollten von dem Sprach- und Leseförderprogramm  profitieren. Somit sei das Programm auch ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.  
Lesen heißt Verstehen


Laut Stiftung Lesen ist in unseren wissensintensiven Gesellschaften Lesefähigkeit eine Grundvoraussetzung für Erfolg im Leben. Wer nicht richtig lesen könne, habe schlechte Zukunftschancen, denn Lesefähigkeit ist vor allem auch der Schlüssel zum Lernen und somit die Grundlage für Bildung. Mangelnde Lesekompetenz beeinträchtige junge Menschen nicht nur in ihrem privaten und gesellschaftlichen Leben, sondern hat negative Konsequenzen für die spätere Schul-, Berufs- und Lebensentwicklung.


Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung führt die InterVal GmbH Berlin in Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität Köln und der AG Kinder- und Jugendpsychiatrische Epidemiologie und Evaluation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die wissenschaftliche Begleitung durch. Die Ergebnisse aus dieser unabhängigen Begleitforschung zu "Lesestart" zeigen, dass die im Rahmen der Initiative bereit gestellten Lesestart-Sets von den Eltern geschätzt werden und sich positiv auf ihr Vorleseverhalten auswirken. Praktisch alle Eltern, die ein Lesestart-Set erhalten haben, beschäftigen sich demnach auch mit den darin enthaltenen Materialien, zwei Drittel sogar sehr intensiv. Gerade für jüngere, eher leseunerfahrene Familien mit kleinen Kindern können die Lesestart-Sets eine wichtige und wertvolle Unterstützung sein.


Link zur Pressemitteiling des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Vorlesen bereichert Kinder“: http://www.bmbf.de/press/3527.php

Link zur Studie „Neuvermessung der Vorleselandschaft“: https://www.stiftunglesen.de/institut-fuer-lese-und-medienforschung/forschungsprojekte/vorlesestudie

Link zu den ersten Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitforschung der InterVal GmbH Berlin in Kooperation mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität Köln und der AG Kinder- und Jugendpsychiatrische Epidemiologie und Evaluation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf:
http://www.lesestart.de/fileadmin/daten/Lesestart/InterVal_Summary_Erstes_Jahr_Lesestart.pdf