News

< Studie: Rentensystem benachteiligt Familien
24.04.14 09:00 Alter: 6 Jahre
Kategorie: Aktuelles Aktuelles

DAK-Gesundheitsreport 2014: Mehrfachbelastung bei 25- bis 39-Jährigen

Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2014 achten erwerbstätige Eltern weniger auf ihre Gesundheit. Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Report insbesondere die gesundheitliche Situation der sogenannten Rushhour-Generation.


Die Krankenkasse hat dafür den Krankenstand ihrer Mitglieder analysiert und über 3.000 Männer und Frauen im Alter von 25-40 Jahren repräsentativ befragt. Die Befragten empfanden ihre aktuellen Herausforderungen durchaus als einen persönlichen und beruflichen „Entscheidungsmarathon“, der sich aber in dieser Phase noch nicht negativ auf ihre Gesundheit auswirke. Im Gegensatz zu den jüngeren und älteren Erwerbstätigen sind die 25- bis 39-Jährigen laut DAK-Report besonders wenig krank. Die Zahl der Ausfalltage liegt bei den Männern 28 Prozent und bei den Frauen 24 Prozent unter dem Durchschnitt. „Der niedrige Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden“, so Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.

Relevante gesundheitliche Probleme vorhanden
Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2014 sind in dieser „Rushhour des Lebens“ bereits vier von zehn Beschäftigten mit Rückenproblemen in Behandlung. Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern gibt es neben den akuten Beschwerden auch bereits langfristige Beeinträchtigungen. Sieben Prozent sind bereits wegen Bluthochdruck in Behandlung, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel stehe. Etwa jeder fünfte Mann und sogar jede dritte Frau wende sich wegen eines psychischen Leidens an einen Arzt. Gerade diese Krankheitsbilder sind laut den DAK-Experten in dieser Altersphase beachtenswert, da sie häufig wiederkehren und den Gesundheitszustand langfristig erheblich beeinträchtigen können.

Berufstätige Eltern achten weniger auf ihre Gesundheit

Der DAK-Report zeigt auch, dass erwerbstätige Eltern weniger auf ihre Gesundheit achten. Bedingt durch ihren Spagat zwischen Job und Kindern machten viele Eltern Abstriche bei sich selbst: Während beispielsweise fast ein Drittel der berufstätigen Frauen ohne Kinder viel Sport treibt, ist es bei den Müttern nur ein Sechstel. Auch im Hinblick auf gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf schneiden Erwerbstätige mit Kindern durchschnittlich schlechter ab als die ohne Kinder.


Der DAK-Report fragte auch nach Belastungsfaktoren wie Überforderung, zu große Verantwortung oder mangelnde Anerkennung. Überraschend: Es zeigten sich nahezu keine Unterschiede zwischen Berufstätigen mit und ohne Kinder. Selbst in Vollzeit arbeitende Mütter hatten demnach keine höheren Stresswerte als Mütter in Teilzeit oder nicht erwerbstätige Mütter. Offen bleibt jedoch, wie sich eine solche Mehrfachbelastung mit fortschreitendem Alter auswirkt.
Aus Sicht der Befragten mangelt es hier noch an Unterstützungsmöglichkeiten von Seiten der Arbeitgeber. Der DAK-Gesundheitsreport gibt Hinweise, wie Arbeitgeber die betroffene Altersgruppe entlasten können. 62 Prozent der erwerbstätigen Eltern können bereits Teilzeit nutzen, 36 Prozent Gleitzeit. Die ganze Breite familienfreundlicher Angebote kommt aber nur wenigen Beschäftigten zugute. Obwohl den Eltern Betriebskindergarten oder Krippen besonders wichtig sind, profitierten davon bisher erst sechs beziehungsweise drei Prozent aller Eltern. Laut den DAK-Experten haben außerdem Nicht-Akademiker deutlich weniger Chancen, solche Angebote zu nutzen als Akademiker. Das könne beispielsweise auch daran liegen, dass sich für Akademiker Aufgaben problemloser beispielsweise in ein Home-Office verlagern lassen. Künftig sei es wichtig, auch für Mitarbeiter in der Produktion oder im schichtgebundenen Dienstleistungsbetrieb Lösungen anzubieten.


Unterstützung bei Work-Life-Balance und Stressmanagement auf www.frau-beruf-gesundheit.de
Der menschliche Organismus ist weder dafür angelegt dauerhaft geschont noch dauerhaft überlastet zu werden. Optimal im Gleichgewicht befindet er sich, wenn ihm angemessene Herausforderungen gestellt werden.  Sowohl Unterforderung als auch Überforderung dagegen verursachen negativen Stress, der sowohl körperlich als auch geistig spürbar ist. Problematisch ist heutzutage, dass diese Stressreaktionen zu oft und in zu kurzen Abständen erfolgen, die bereitgestellte Energie nicht verbraucht wird und die notwendigen Erholungsphasen viel zu kurz kommen. Auf Dauer können diese Stressreaktionen zum Problem werden: z. B. wenn die Muskeln dauerhaft verspannt sind, was zu Rücken- und Kopfschmerzen führt oder der Blutdruck langfristig erhöht ist.

Die Gesundheit ist unser kostbarstes Gut, das es zu hegen und pflegen gilt. Ob wir gesund sind, uns gesund fühlen und gesund bleiben, das liegt auch in unseren eigenen Händen. Gerade bei Frauen spielt dieses Wissen eine besondere Rolle, da sie in der Regel nicht nur für ihre eigene Gesundheit sorgen. Die Frau ist nämlich oft die "Präventionsmanagerin der Familie" (DIE SÄULE 4/2010). Drei von vier achten sehr auf die Gesundheit ihrer Familie, Freunde und Bekannten, bei den Männern sind es nur knapp über die Hälfte.

Die Plattform Frau.Beruf.Gesundheit kann bei dem Prozess der aktiven Stressbewältigung und Gesundheitsförderung helfen und wertvolle Tipps geben, was man für ein gesundes und ausgeglichenes Leben tun kann und welche Bereiche dafür von besonderer Bedeutung sind.


Weitere Informationen
Frau.Beruf.Gesundheit
Interne Weiterbildung im Fachbereich Gesundheitsförderung
DAK-Gesundheitsreport 2014